Ein mobiler Notruf schützt nicht nur zuhause, sondern überall – entsprechend unterscheiden sich die Kosten vom klassischen Hausnotruf. Dieser Ratgeber zeigt die üblichen Preismodelle, die typischen Beträge und wie Sie den Zuschuss der Pflegekasse auch für ein mobiles Gerät nutzen können.
Die drei Preismodelle im Überblick
Am Markt haben sich drei Modelle etabliert, die sich in Leistung und laufenden Kosten deutlich unterscheiden:
| Modell | Typische Kosten | Enthalten |
|---|---|---|
| Monatsabo mit 24/7-Notrufzentrale | ca. 29 – 39 € / Monat | Gerät, SIM-Karte, ständig besetzte Leitstelle |
| Monatsabo mit Anrufkette zu Angehörigen | meist günstiger als Zentral-Tarife | Gerät, SIM/Service, automatische Anruf- und Nachrichtenkette mit GPS-Standort |
| Kaufgerät mit eigener SIM | einmalig ab ca. 200 € + eigene SIM (ca. 5 – 10 € / Monat) | Nur das Gerät – keine Zentrale, Einrichtung in Eigenregie |
Übliche Marktspannen, Stand Juli 2026. Maßgeblich sind die aktuellen Konditionen des jeweiligen Anbieters.
Wie sich die Modelle im Alltag unterscheiden – vertraute Stimme der Familie oder professionelle Leitstelle – erklärt unser Ratgeber Notruf direkt an Angehörige.
Einmalige und versteckte Kosten
- Anschluss- oder Aktivierungsgebühr: je nach Anbieter 0 bis rund 80 Euro.
- Versand und Zubehör: Ladeschale und Trageband sind meist enthalten – prüfen Sie es.
- Aufpreise: Sturzsensor, Schlüsseldepot oder zusätzliche Kontakte kosten teils extra.
- Vertragslaufzeit: Lange Mindestlaufzeiten können teuer werden, wenn sich die Lebenssituation ändert. Verbraucherschützer empfehlen monatlich kündbare Angebote.
So nutzen Sie den Pflegekassen-Zuschuss für ein mobiles Gerät
Der Zuschuss nach § 40 SGB XI gilt offiziell für den Hausnotruf: Seit dem 1. April 2026 zahlt die Pflegekasse 27 Euro pro Monat plus einmalig rund 10,49 Euro für die Installation – bereits ab Pflegegrad 1.
Für mobile Systeme bedeutet das in der Praxis:
- Anbieter mit Zuschuss-Anrechnung wählen. Viele Anbieter mobiler Notrufsysteme rechnen den Hausnotruf-Zuschuss direkt auf ihren Tarif an – Ihr Eigenanteil sinkt dann um bis zu 27 Euro monatlich. Fragen Sie vor Vertragsabschluss gezielt danach.
- Antrag über den Anbieter stellen. Der Antrag bei der Pflegekasse ist formlos möglich; eine ärztliche Verordnung ist nicht nötig. Die meisten Anbieter übernehmen die Formalitäten und rechnen direkt mit der Kasse ab.
- Eigenanteil realistisch kalkulieren. Die Mehrkosten für GPS und Mobilfunk bleiben grundsätzlich bei Ihnen. Rechnen Sie: Monatspreis minus 27 Euro Zuschuss = Ihr Anteil.
Alle Details zum Zuschuss – auch für den klassischen Hausnotruf – finden Sie im Ratgeber Hausnotruf: Kosten & Zuschuss.
Worauf Sie vor dem Abschluss achten sollten
- Monatlich kündbar? Flexibilität ist bares Geld wert, etwa bei einem Umzug ins betreute Wohnen.
- Gesamtkosten transparent? Grundpreis, SIM, Aufpreise und einmalige Gebühren sollten klar ausgewiesen sein.
- Netzabdeckung: Prüfen Sie den Empfang an den typischen Wegen der Person.
- Akkulaufzeit und Laderoutine: Ein bis mehrere Tage sind üblich – eine feste Abendroutine auf der Ladeschale hat sich bewährt.
- Bedienbarkeit: Ein Knopf ohne Menüs ist für technisch unerfahrene Menschen die sicherste Wahl.
Ein einfaches Rechenbeispiel
Angenommen, ein mobiler Tarif kostet 34 Euro im Monat und der Anbieter rechnet den Pflegekassen-Zuschuss an: Bei anerkanntem Pflegegrad zahlen Sie noch 7 Euro monatlich selbst – für Schutz zuhause und unterwegs inklusive GPS-Ortung. Ohne Pflegegrad tragen Sie den vollen Betrag; ein Antrag auf Pflegegrad 1 kann sich deshalb doppelt lohnen. Eine individuelle Einschätzung liefert unser Kostenrechner.
Fazit
Mobile Notrufsysteme kosten mehr als ein einfacher Hausnotruf – dafür schützen sie überall und übermitteln im Notfall den Standort. Mit anerkanntem Pflegegrad und einem Anbieter, der den 27-Euro-Zuschuss anrechnet, bleibt der Eigenanteil überschaubar. Vergleichen Sie vor dem Abschluss Preismodelle und Vertragsbedingungen – einen neutralen Überblick gibt unser Systemvergleich.
Häufige Fragen
Übernimmt die Pflegekasse einen mobilen Notruf komplett?
In der Regel nicht komplett. Die Kasse bezuschusst das Notrufsystem als Pflegehilfsmittel mit dem Hausnotruf-Satz von 27 Euro pro Monat (seit April 2026). Die Mehrkosten für GPS und Mobilfunk bleiben Eigenanteil – viele Anbieter rechnen den Zuschuss aber direkt auf ihre mobilen Tarife an.
Gibt es mobile Notrufknöpfe ohne monatliche Kosten?
Ja, als Kaufgeräte: Sie zahlen einmalig für das Gerät (häufig ab etwa 200 Euro) und benötigen dann nur noch eine eigene SIM-Karte für wenige Euro im Monat. Dafür entfallen Leistungen wie eine ständig besetzte Notrufzentrale – prüfen Sie, ob eine Anrufkette zu Angehörigen für Ihre Situation ausreicht.
Lohnt sich ein mobiler Notruf trotz höherer Kosten?
Wenn die Person regelmäßig allein unterwegs ist – beim Einkaufen, Spazierengehen oder im Garten außerhalb der Funkreichweite einer Basisstation – schützt nur ein mobiles System. Der Aufpreis gegenüber dem Hausnotruf kauft im Kern zwei Dinge: Schutz überall und die GPS-Ortung im Notfall.