Hausnotruf oder mobiler Notruf?

Die grundlegende Entscheidung lautet: Soll der Schutz vor allem zuhause greifen oder auch unterwegs? Ein Hausnotruf sichert die eigenen vier Wände über eine Basisstation ab, ein mobiler Notruf funktioniert über das Mobilfunknetz und begleitet Sie überallhin. Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Unterschiede gegenüber.

Merkmal Hausnotruf Mobiler Notruf
Einsatzort In der Wohnung und im nahen Umfeld Überall mit Mobilfunkempfang
GPS/Ortung Nein – feste Wohnadresse hinterlegt Ja – Standortbestimmung im Notfall
Sturzsensor Teils gegen Aufpreis erhältlich Häufig integriert verfügbar
Typische Kosten Oft niedrigere Monatsgebühr, 27 € Zuschuss ab Pflegegrad 1 Meist etwas höher wegen Mobilfunk und GPS
Wer wird alarmiert? In der Regel eine 24/7-Notrufzentrale Je nach System Notrufzentrale, Angehörige oder beides (Anrufkette)
Vertragslaufzeit Je nach Anbieter – auf monatliche Kündbarkeit achten Je nach Anbieter – monatlich kündbare Angebote verfügbar
Ideal für Menschen, die überwiegend zuhause sind Aktive Menschen, die viel unterwegs sind

Mehr zu den beiden Systemtypen: Hausnotruf im Detail und mobiler Notruf im Detail.

GPS-Ortung oder klassischer Funk?

Innerhalb der mobilen Systeme unterscheidet sich vor allem, wie im Notfall der Standort übermittelt wird. Klassische Funklösungen sind meist an eine feste Reichweite gebunden, GPS-basierte Geräte bestimmen die Position auch unterwegs.

Merkmal GPS-Notruf Klassischer Funk
Reichweite Unbegrenzt bei Mobilfunkempfang Begrenzt auf die Nähe der Basisstation
Standort im Notfall Aktuelle Position wird übermittelt Nur die fest hinterlegte Adresse
Einsatz unterwegs Auch außer Haus geeignet Vor allem für zuhause gedacht
Stromversorgung Akku, regelmäßiges Laden nötig Station am Netz, Sender mit Langzeitbatterie

Notrufuhr oder Notrufknopf/Anhänger?

Die Form des Auslösers entscheidet oft darüber, ob ein Gerät im Alltag auch wirklich getragen wird. Eine Notrufuhr wirkt unauffällig und alltagstauglich, ein klassischer Notrufknopf am Anhänger oder Armband ist besonders einfach in der Bedienung.

Merkmal Notrufuhr Notrufknopf/Anhänger
Tragekomfort Wie eine normale Uhr, unauffällig Leicht, als Armband oder Halskette
Bedienung Taste, teils mit Display und Menü Ein Knopf – besonders einfach
Zusatzfunktionen Oft Uhrzeit, Schritte, GPS möglich Meist nur die Notruf-Auslösung
Akzeptanz Wird als Alltagsgerät oft gut angenommen Vertraut und schnell verständlich
Abwägen

Vor- und Nachteile im Überblick

Kein System ist grundsätzlich besser – entscheidend ist, was zu Ihrer Lebenssituation passt.

Wofür der Hausnotruf punktet

  • Bewährte, ausgereifte Technik mit stabiler Verbindung im Haus
  • Meist günstiger und in Teilen über die Pflegekasse bezuschusst
  • Einfache Bedienung – ein Knopf, keine Menüs, kein Aufladen der Basisstation
  • Ideal für Menschen, die überwiegend zu Hause sind

Wofür der mobile Notruf punktet

  • Schutz überall – auch beim Spaziergang, Einkauf oder auf Reisen
  • GPS-Ortung hilft, den Standort im Notfall schnell zu bestimmen
  • Häufig mit automatischem Sturzsensor erhältlich
  • Fördert Selbstständigkeit für aktive, mobile Menschen

Grenzen des Hausnotrufs

  • Kein Schutz außerhalb der Reichweite der Basisstation
  • Keine GPS-Ortung – Hilfe nur an der bekannten Wohnadresse
  • Sturzsensor oft nur gegen Aufpreis oder gar nicht verfügbar
  • Bei häufiger Abwesenheit nur eingeschränkt sinnvoll

Grenzen des mobilen Notrufs

  • Abhängig von Mobilfunknetz und Akkuladung des Geräts
  • Regelmäßiges Aufladen ist nötig – meist alle paar Tage
  • In der Regel etwas teurer als ein klassischer Hausnotruf
  • Bedienung kann anfangs gewöhnungsbedürftig sein

Woran Sie einen guten Anbieter erkennen

Unabhängig vom Systemtyp gibt es Kriterien, die seriöse und alltagstaugliche Angebote auszeichnen – sie decken sich mit den Empfehlungen der Verbraucherschützer:

  • Hilfe rund um die Uhr: Der Notruf muss zu jeder Tages- und Nachtzeit zuverlässig beantwortet werden – ob von einer 24/7-Zentrale, einer Anrufkette zu Angehörigen oder idealerweise einer Kombination aus beidem.
  • Monatlich kündbar: Keine Mindestlaufzeit, keine langen Kündigungsfristen. Die Lebenssituation kann sich schnell ändern.
  • Transparente Gesamtkosten: Grundpreis, Einrichtung und alle Aufpreise klar ausgewiesen – ohne Überraschungen auf der ersten Rechnung.
  • Einfachste Bedienung: Ein Knopf, keine Menüs. Das beste System nützt nichts, wenn es im Ernstfall zu kompliziert ist.
  • Ortung bei mobilen Systemen: Der GPS-Standort sollte im Notfall automatisch übermittelt werden.
Konkrete Anbieter

Anbieter im Vergleich

Belegte Preise und Konditionen realer Anbieter, sortiert nach Systemtyp. Jede Spalte nennt Quelle und Stand; „k. A.“ bedeutet: Der Anbieter macht dazu auf der genannten Seite keine Angabe – fragen Sie im Zweifel direkt nach.

Hausnotruf (stationär)

Merkmal DRK-Hausnotruf Malteser Hausnotruf Johanniter Hausnotruf
Preis ab ab 27,00 € / Monat (Basistarif) ab 27,00 € / Monat (Paket „Grundsicherheit“) ab 27,00 € / Monat (Basispaket)
Einrichtungsgebühr k. A. 0,00 € (Aktionsangebot „bis auf Weiteres“) k. A.
Mindestlaufzeit k. A. k. A. k. A.
Kündigungsfrist k. A. 1 Monat zum Monatsende k. A.
GPS-Ortung k. A. k. A. k. A.
Anrufkette an Angehörige ja (Angehörige, Nachbarn u. a. werden verständigt) k. A. (Angehörigen-App mit Notfallbenachrichtigung enthalten) ja (bis zu fünf hinterlegte Kontaktpersonen)
24/7-Notrufzentrale ja ja ja
Pflegekassen-Zuschuss möglich ja – bei anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse i. d. R. den Basistarif ja – ab Pflegegrad 1 (Zuschuss 27,00 € / Monat) ja – ab Pflegegrad 1; Basispaket wird lt. Anbieter oft komplett erstattet
Quelle & Stand Anbieter-Seite
Stand: 03.07.2026
Anbieter-Seite
Stand: 03.07.2026
Anbieter-Seite
Stand: 03.07.2026

DRK-Hausnotruf: Angebot der örtlichen DRK-Kreisverbände; Konditionen regional unterschiedlich.

Johanniter Hausnotruf: Preise und Pakete unterscheiden sich je nach Regionalverband.

Mobiler Notruf

Merkmal Libify (libifyMobil 2.0) Anzeige · NOA ist ein Produkt unseres Hauses NOA
Preis ab ab 44,68 € / Monat (mit Pflegegrad ab 12,55 € nach Kassenzuschuss) ab 24,99 € / Monat (Monats-Abo) + Gerät einmalig 69,99 €
Einrichtungsgebühr 49,00 € einmalig 0 € Aktivierungsgebühr (Gerät einmalig 69,99 €)
Mindestlaufzeit k. A. keine im Monats-Abo
Kündigungsfrist k. A. monatlich kündbar (Monats-Abo)
GPS-Ortung ja (inkl. Sturzsensor) ja (inkl. SIM & Roaming)
Anrufkette an Angehörige k. A. ja (bis zu 4 Kontakte, zuerst die Familie)
24/7-Notrufzentrale ja ja (inklusive; pro tatsächlichem Einsatz lt. Anbieter 15 € Nutzungsgebühr)
Pflegekassen-Zuschuss möglich ja – bei Pflegegrad möglich (als Pflegehilfsmittel, bis 32,13 € / Monat) nein (lt. Anbieter-FAQ kein Pflegekassen-Zuschuss)
Quelle & Stand Anbieter-Seite
Stand: 03.07.2026
Anbieter-Seite
Stand: 03.07.2026

NOA: Produkt unseres Hauses – Nennung ist Werbung in eigener Sache.

Wie geht es weiter?

Wenn Sie noch unsicher sind, welche Lösung zu Ihnen passt, helfen unsere interaktiven Tools bei der Orientierung. Der Finder empfiehlt anhand weniger Fragen ein passendes System, der Kostenrechner zeigt eine erste Einschätzung der zu erwartenden Ausgaben. Einen Überblick über Preise und mögliche Zuschüsse finden Sie außerdem im Bereich Kosten.

Häufige Fragen

Fragen zum Systemvergleich

Gibt es einen Notruf, der direkt Angehörige alarmiert – ohne Notrufzentrale?

Ja. Neben dem klassischen Modell mit Leitstelle gibt es Systeme mit einer Anruf- und Nachrichtenkette: Ein Knopfdruck ruft nacheinander hinterlegte Kontakte an – zuerst die Familie, oft ergänzt um eine 24/7-Notrufzentrale als Rückhalt, falls niemand abnimmt. Auch die Stiftung Warentest bewertete 2024 eine Notrufuhr mit genau diesem Anrufketten-Prinzip am besten.

Mehr dazu im Ratgeber

Funktioniert ein Hausnotruf auch ohne Festnetzanschluss?

Ja. Viele moderne Basisstationen arbeiten wahlweise über das Mobilfunknetz und benötigen keinen Festnetzanschluss. Achten Sie beim Vergleich darauf, dass eine Mobilfunk-Variante angeboten wird, falls bei Ihnen kein Festnetz vorhanden ist.

Mehr dazu im Ratgeber

Was ist der Unterschied zwischen Hausnotruf und mobilem Notruf?

Der Hausnotruf schützt in den eigenen vier Wänden und im näheren Außenbereich (z. B. Garten). Der mobile Notruf funktioniert dagegen überall über das Mobilfunknetz und kann zusätzlich den Standort per GPS übermitteln – ideal für aktive Menschen, die viel unterwegs sind. Eine Gegenüberstellung finden Sie in unserem Vergleich.

Mehr dazu im Ratgeber

Was sagt die Stiftung Warentest zu Notrufsystemen?

Der letzte große Hausnotruf-Test stammt aus dem Jahr 2018: Keiner der neun Anbieter schnitt besser als „befriedigend“ ab, Testsieger war der ASB (Note 2,7). Im Februar 2024 veröffentlichte test.de zudem einen Notrufuhren-Test: Vier von sieben Uhren waren gut; am besten schnitt eine Uhr ab, die im Notfall eine Anrufkette zu den Angehörigen startet. Ein aktuellerer großer Hausnotruf-Test liegt bislang nicht vor.

Mehr dazu im Ratgeber

Alle Fragen ansehen